Die alten Statuten enthielten auch sozialkaritative Bestimmungen. So wurde früher an die Angehörigen der verstorbenen Schützenbrüder ein Sterbegeld gezahlt. Die Bestimmungen
über die Zahlung eines Sterbegeldes sieht die heutige Satzung nicht mehr vor.Die Pflege des Brauchtums, das dem Schützenwesen eigentümliche Königsvogelschießen, und die Förderung des Schießsports wird
seit Bestehen der Schützenbruderschaft auch heute noch gepflegt.
Das sogenannte „Königssilber“ ist noch vollständig erhalten. Die älteste Plakette datiert als „Königsschild“ des ersten Schützenkönigs
Heinrich Klein aus dem Jahre 1873.
Durch die politischen Ereignisse und auf Druck der damaligen Machthaber mußten unsere Aktivitäten 1938 eingestellt werden.
Die Neugründung erfolgte auf
Anregung von Herrn Peter Reuter am 11. März 1951. Durch den Einsatz unseres Präses Herrn H.-J. Peters konnten wertvolle Schriftstücke und unsere Fahne durch die Wirren der Zeit gerettet werden.
Bereits im
August 1951 wurden zwei Luftgewehre angeschafft und der Grundstein zur Aufnahme des Schießsports gelegt. Das Schießen fand in den Sommermonaten im Freien statt, während uns in den Wintermonaten der Saal einer Gaststätte
zur Verfügung stand.
Im Jahre 1951 erfolgte auch der Anschluß an den Münsterländischen Schützenbund. Im Jahre 1953 konnten wir das erste Bundesfest nach dem Kriege feiern.
Im Jahre 1973
trat Herr Peter Reuter als 1. Vorsitzender zurück. In Dankbarkeit und in Anerkennung für seine geleistete Arbeit wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In der Folgezeit bekleideten mehrere Schützenbrüder das Amt
des Vorsitzenden, bis 1979 Herr Karl-Heinz Sauren zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde.
Als 1977 das Freihandschießen im Bezirk eingeführt wurde konnten wir auf Anhieb die Meisterschaft im Luftgewehrschießen
im Bezirk Aachen-West erringen.
An der Mulartshütter Straße wurde mit viel Eigeninitiative im ehemaligen „Bullenstall“ ein neuer Schießstand errichtet. Hierdurch wuchs das Interesse am Schießsport weiter.
Das Jahr 1985 war gekennzeichnet durch die Arbeiten an der neuen Schießanlage. Durch viel Eigenleistung ist es uns gelungen, im Bürgerhaus Venwegen eine ansprechende und optimale Schießanlage
herzurichten. 1986 wurde die neu geschaffene Schießanlage mit 8 Bahnen und die zugehörigen Vereinsräume im Bürgerhaus Venwegen durch den ersten Bürgermeister unserer Stadt Stolberg, Herrn Hermann-Josef Kaltenborn an uns
übergeben.
Durch den Rückgang der Mitgliederzahl beim Hahnenverein und den dadurch entstandenen finanziellen Problemen, drohte die 60jährige Tradition des Hahnen-Köppens zu enden. Dem Wunsch, eine
Abteilung der Schützenbruderschaft zu werden, wurde entsprochen.
Im Jahr 1987 wird die Bezirksmeisterschaft in Venwegen ausgetragen. Erstmalig kann der neue Schießstand und das gute Raumangebot im neuen
Bürgerhaus genutzt werden.
Das Jahr 1989 wurde im Vereinsbericht als ein Jahr der Schützen beschrieben. Bei den Schießveranstaltungen erreichten die Venwegener Schützen hervorragende Ergebnisse.
Am 28. Juni 1990 stirbt unser Ehrenpräses Pastor Wilhelm Blum. Die Bruderschaft würdigte die Verdienste des Seelsorgers beim letzten Ehrengeleit unter Beteiligung der Bevölkerung auf dem
Friedhof zu Venwegen.
Zwei Wochen später richtet die Bruderschaft das 2. Bezirksschützenfestes des Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd aus. Es wurde ein erfolgreiches, gutes Fest.
Das Hahnenkomitee Venwegen, als Abteilung unserer Bruderschaft, feiert im Jahre 1991 das 65jährige Bestehen. Im Jubiläumsjahr ist Christoph Brülls der 51. Hahnenkönig.
Das Vereinsjahr 1992 verlief wie
alljährlich mit vielfältigen Aktivitäten in unserer Bruderschaft. Die traditionellen Schießwettbewerbe wurden ordentlich durchgeführt.
1993 möchten die Hahnen, die seit 1986 eine Abteilung der
Schützenbruderschaft sind wieder selbstständig werden. Der Antragsstellung zur Auflösung des Vertrages wurde bei der Generalversammlung am 27. April entsprochen.
Was sein muss, muss eben sein, sagte man
sich bei der am 3. Mai 1994 stattfindenden Generalversammlung und beschloss nach der Erläuterung ohne Gegenstimme die beantragte Beitragserhöhung bei allen Mitgliedern. Der Königsvogelschuss wurde zum ersten Mal
im Außenbereich hinter dem Bürgerhaus nach Abnahme der neu errichteten Anlage geschossen.
Im Jahr 1995 zeichneten sich einschneidende Veränderungen in der Vereinsführung ab. Karl Heinz Sauren stellt sein
Amt nach 15 Jahren Vorsitz zur Verfügung. Vorschläge gab es viele, aber keiner nahm das Amt an. Zwei Versammlungen waren erforderlich bis der würdige Nachfolger in Axel Mohr das Amt antritt.
1997 ist ein
besonderes Jahr in unserer Vereinsgeschichte. Im Mittelpunkt steht unser Fest anlässlich des Jubiläums 125 Jahre St. Sebastianus Schützenbruderschaft Venwegen e.V. 1872. Dieses herausragende Ereignis unserer
Bruderschaft, haben wir gemeinsam mit dem Bezirksbundesfest des Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd, vom 11. bis 13. Juli feiern können. Als Gast war die Bruderschaft der Ritter des hl. Jakob aus Montebourg
anwesend.
Im Jahre 1998 trat wieder Normalität ein. Über die Geschehnisse des Jubiläumsjahres wurde noch viel gesprochen. Dennoch wurde der Alltag aufgenommen. Alle Schießwettbewerbe wurden nach den
Prinzipien ausgeführt.
Der Jahrtausendwechsel Millenium 2000 war für alle Menschen etwas Besonderes. Ein Wunsch ging nach dem 7. Anlauf des Wollens, das Königssilber der Bruderschaft zu tragen, für
unser Vorstandsmitglied Rolf Hürtgen in Erfüllung. Nach dem 73. Schuss fiel der Vogel.
2002 wurde die Herrschaft der Schützenschwestern unverkennbar eingeleitet, die Männerdomäne gebrochen, denn unsere
neue Majestät hieß Marianne Köttgen. Im gleichen Jahr wurde unserer Vorstandsmitglied Rolf Hürtgen neuer Stadtkönig von Stolberg.
In Schlausermühle haben wir gemeinsam mit den Schützen aus Rott und
Kornelimünster als IG KK-Gruppe begonnen, die bestehende Kleinkaliber Schießstandanlage wieder nach den heutigen Forderungen herzurichten.