Wenn z.B. die Schmithofer Schützen nach
Walheim zogen, mussten sie ohne Musik bis zur Ortsgrenze Schmithof Loch (das ist der Bahnübergang Wermuth, heute Schmithofer Straße). Ebenso war es beim Heimzug. Um diesem Übelstand abzuhelfen, fassten einige Schützen
den Entschluss, eine eigene Gesellschaft zu gründen. Aber was nutzte eine eigene Gesellschaft, wenn man noch nicht einmal eine Kirche im Ort hatte. So wurde auch der Gedanke eines Kirchenbaues mit der Gründung der
Gesellschaft verknüpft. Man beließ es nicht bei Worten, sondern schritt im Jahre 1892 auch zur Tat.Die Schützen, die sich für diese Sache einsetzten und später auch den ersten Vorstand der neugegründeten
Gesellschaft bildeten, waren:
Lambert Klein - 1. Vorsitzender
Philipp Thelen - Beisitzer
Jajob Coracino - Beisitzer
Wilhelm Joseph Kreitz - Kassierer
Hubert Beißel - Hauptmann
Peter Mirbach - Offizier
Peter Hansen - Offizier.
Außerdem, haben bei der Gründung der „Schützerei“, damals im Volksmund so genannt, Heinrich Frings und Johann Schornstein, maßgeblich mitgewirkt. Da dem Verein noch die Fahne
fehlte, benutzte man fürs erste die Schwenkfahne des Anton Bohlen. Das Ehrenamt des Fahnenträgers hatte in den ersten Jahren Leonhard Schornstein.
Herr Weber aus Neuwied, ein alter
Schmithofer, stiftete die erste Schützenfahne. Der Vereinswirt Heinrich Rademacher und das Mitglied Anton von Thenen schafften je einen Vorderlader an. In ihrem Gründungsjahr trat die Gesellschaft mit dem ersten
Vogelschuss an die Öffentlichkeit. Da die Schmithofer Kirche zu dieser Zeit noch nicht erbaut war, musste auf den offiziellen Kirchgang verzichtet werden. Nach einem Umzug durch das Dorf zogen die Schützen zur
Vogelstange im Mückenbruch. Hier schoss Wilhelm Mirbach für seinen Vater Heinrich Mirbach zum ersten Mal auf Schmithofer Boden den Königsvogel von der Stange. Die von Walheim mitgebrachten 20 Königsschilder alter
Schmithofer Schützenkönige wurden ihm überreicht.
Im Jahre 1896 wurde der geplante Kirchenbau Wirklichkeit und der Rohbau der St. Josefskapelle fertig. Nach deren Weihe im Jahre 1804, konnte auch der
Kirchgang stattfinden.
Der Schmithofer Bruderschaft standen seit der Gründung folgende Präsidenten vor:
1892 - 1917 Lambert Klein
1917 - 1920 Matthias Dujardin
1920 - 1925 Hubert Janclaes
1925 - 1934 Matthias Dujardin
1934 - 1961 Ludwig Müller
1961 - 1970 Heinrich Schmitz
1970 - 1975 Matthias Zimmermann
1975 - 1987 Heinrich Schmitz
1987 - 1993 Wilhelm Johnen
seit 1993 Herbert Schmitz
Das Kommando führten: Hubert Beißel, Philipp Thelen, Christian Völl, Ludwig Janclaes, Matthias Zimmermann, Hubert Sassen und Dieter Mahlo, der bis heute das
Amt bekleidet.
Durch die beiden Weltkriege traten jeweils Unterbrechungen im Schützenwesen ein. Die meisten Mitglieder wurden zum Kriegsdienst eingezogen; viele mussten dabei ihr Leben lassen. Durch die
Besatzung im letzten Krieg, verlor die Bruderschaft den Schützenschrank mit sämtlichem Aktenmaterial und den Waffen. Auch ein Teil des Königssilbers ging verloren. Das alte Königssilber, soweit heute noch vorhanden,
wurde durch Herrn Pfarrer Welter gerettet, die Fahne von Herrn Ludwig Janclaes. Beiden sind wir zu Dank verpflichtet.
Nach dem letzten Krieg verbot die Besatzungsmacht zunächst jede Vereinstätigkeit. Erst
im Jahre 1947 konnte die Bruderschaft neu gegründet werden. In der Gemeinschaft der Bruderschaften des ehemaligen Münsterländischen Schützenbundes, wurde 1953 das erste Schützenfest gefeiert.
Da im Jahre
1953 auch wieder das Trommler- und Pfeiferkorps Schmithof seine Tätigkeit aufnahm, wurden auswärtige Feste immer in Begleitung der Spielleute, nicht selten auch zusätzlich mit Blasmusik besucht. Da die damalige
Schützentracht aus schwarzem Anzug und Zylinder bestand, ergaben sich imposante Aufzüge, die bei Schützenfesten meistens mit ersten Festzugpreisen bedacht wurden. Doch nicht nur in Festzügen, sondern auch im Schießen
konnten in dieser Zeit schöne Erfolge errungen werden. Unter den Preisträgern waren immer wieder Schmithofer Schützen zu finden.
Zentrum vieler Aktivitäten war das Vereinslokal „Schmiedehof“, vor dem im
Jahre 1992 durch die Schützenbruderschaft ein Brunnen aufgestellt und eingeweiht wurde. Im Volksmund erhielt das Lokal den Namen „Mones“, ausgelöst durch den Vornamen von Simon Rademacher, Großvater unseres letzten
Vereinswirtes Josef Rademacher. Auf dem Saal und im anliegenden „Trinkzimmer“ wurde so manches schöne Fest gefeiert. Das Schießen um vereinsinterne Preise, fand ebenfalls auf dem Saal statt, was natürlich ständiges Auf-
und Abbauen der Schießstände erforderlich machte. Im Garten hinter dem Gebäude wurde alljährlich am 1. Mai der neue Schützenkönig ermittelt.
Einige Schützenbrüder hatten im Jahre 1969 die ungenutzte
Lehrküche und Bastelwerkstatt der ehemaligen Volksschule als geeignetes Domizil für die Bruderschaft ausgemacht. Hier wurde nach Einrichtung eines Schießstandes fleißig geprobt. Geschossen wurde zunächst noch mit
aufgelegtem Gewehr auf „Sterne“ (runde schwarze Holzscheiben mit 15 mm bzw.10 mm Durchmesser), später dann auf Ringscheiben.
Erhebliche Veränderungen brachte die Einführung des sportlichen Schießens im
Jahre 1977. Während es von den jungen Leuten, und besonders von den zuvor als aktive Mitglieder zugelassenen Damen mit Begeisterung aufgenommen wurde, sagten einige Ältere dem Schießsport ade. Teils schienen die
Anforderungen wegen des Freihandschießens zu hoch, teils wollte man sich von liebgewonnenen Gewohnheiten nicht trennen. Gertrud Krott errang 1977 als erste Frau die Königswürde in der Bruderschaft. Im gleichen
Jahr ließ sie ebenfalls auch beim Bezirkskönigsschießen die männlichen Könige hinter sich.
Weitere Bezirkskönige unserer Bruderschaft:
1979 Ilse Kupka; 1985 Jakob Schmitz; 1992 Achim Esser; 1999 Heinz Werker.
Bezirksprinzen unserer Bruderschaft:
1982 Monika Kupka; 1983 Norbert Becker; 1996 Mario Klippel.
Bezirksschülerprinzen unserer Bruderschaft:
1979 Jürgen Krott; 1980 Axel Kohl; 2002 Philipp Grahner.
Norbert Becker konnte 1983 sogar Diözesanprinz werden.
Große Erfolge konnten unsere
Frauen auch im sportlichen Schießen verbuchen. Sowohl im Einzel, als auch in der Mannschaft wurden auf Diözesan- und Bundesebene Siege errungen bzw. über eine Zeit von 10 Jahren vordere Plätze belegt.
Als
Markstein in der Geschichte der Bruderschaft darf der Ausbau des vorhin erwähnten Schießstandes zur Schützenhalle bezeichnet werden. Dank des Einsatzes und der Spendenbereitschaft der Mitglieder konnte eine moderne
Schießanlage mit den notwendigen Nebenräumen erstellt und 1977 eingeweiht werden.
Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die inzwischen ungeliebten schwarzen Anzüge und Zylinder abgelegt und durch
zeitgemäße Uniformen ersetzt. Im gleichen Jahr erhielt die Bruderschaft eine neue Fahne, die von den Damen des Vereins gestiftet wurde. Das Jahr 1977 darf demnach als das Denkwürdigste in der neueren Geschichte der
Bruderschaft bezeichnet werden.
1978, konnte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ein von der Schützenbruderschaft gestifteter Gedenkstein eingeweiht werden, der an das 500jährige Bestehen des Ortes
Schmithof erinnert.
Seit der Schließung des Vereinslokals im Jahre 1997, ist die Schützenhalle am Falkenberg nach Umbau und Renovierung, das Zentrum der meisten Aktivitäten der Schützenbruderschaft. Neben
den Rundenwettkämpfen im sportlichen Schießen, an dem sich jedes Jahr mehrere Mannschaften in verschiedenen Klassen beteiligen, sind dies vor allem die regelmäßigen abendlichen Trainingstreffen, bei denen es allerdings
nicht nur ums Schießen geht. Hier werden auch die Ideen zu besonderen Veranstaltungen geboren, die als Höhepunkte des Vereinslebens regen Zuspruch finden und allen Teilnehmern stets viel Freude bereiten und lange im
Gedächtnis bleiben. Hierzu zählen Herbstfeste in „französischem“ oder Oktoberfeste in „bayerischem“ Ambiente, Pokalschießen der ehemaligen Könige, Schmithofer Karneval, Wanderungen und Ausflüge.
Daneben
werden aber auch alte Traditionen gepflegt: Jedes Jahr wird im Januar das Patronatsfest gefeiert; am 1. Mai findet der Königs- und Prinzenvogelschuss, mittlerweile auf der Wiese hinter der Schützenhalle statt;
alljährlich veranstaltet die Bruderschaft die Sommerkirmes in Schmithof, die seit den siebziger Jahren im Zelt neben der Kirche stattfindet.
Man könnte noch manche Geschichte erzählen: Über ein
Kirmeszelt, das beinahe abgebrannt wäre, über einen Schützenkönig, der in einer Sänfte um das Dorf getragen wurde, über die Flasche „Els“, die zum Abschluß der Kirmes begraben wurde und vieles mehr. Aber eine solche
Aufzählung würde den Rahmen sprengen, auch wenn sich das Vereinsleben wesentlich aus einer Fülle solcher Ereignisse zusammensetzt.