1. Vorsitzender wurde Wilhelm Willems.
Schon bald stellte sich heraus, dass die moderne Auffassung der Hubertus Schützen einen Führungswechsel zur Folge haben musste. Man wählte bei der nächsten Generalversammlung den durchaus aufgeschlossenen Schützenbruder
Josef Tings zum neuen 1. Vorsitzenden. Er übte dieses Amt von 1892 bis zu seinem Tode im Jahre 1938 aus. Man bedenke einmal, dass dies 46 Jahre lang war. Der Schützenbruder Wilhelm Schmitt wurde Schriftführer und
Wilhelm Willems Kassierer. Auch sie waren lange im Amt.Im Glanz der Kaiserzeit gehörte es dazu, dass die Schützen von gewählten Offizieren geführt und befehligt wurden. Als Hauptmann wählte man den
Schützenbruder Paulus Hütten - Leutnant wurde Wilhelm Gartzen und als Feldwebel fungierte Jakob Emonts.
Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges im August 1914, zogen auch für die Sankt
Hubertus Schützengesellschaft dunkle Wolken auf. Viele der jungen Schützen folgten dem Ruf zu den Waffen und zogen in den Krieg. Getreu dem Wahlspruch für Glaube, Sitte und Heimat ausgezogen, verloren auf dem Feld der
Ehre die Schützen: Hubert Hütten, Quirin Braun, Richard Braun, Atanasias Roentgen und Johann Gartzen ihr junges Leben. Ihre Namen mögen uns ewig mahnen!
Mühselig war die Arbeit nach dem Kriege. Durch die
Kriegsfolgelasten und die Anordnungen der damaligen Staatsformen, wurde mancher Idealismus gelähmt. Auf Anordnung der NSDAP-Regierung wurden 1936, die der Kirche angeschlossenen Vereine verboten und die Vereinsarbeit
der St. Hubertus Schützen 1938 eingestellt.1939 brach der II. Weltkrieg aus. Mit der Niederlage 1945 endete auch die Herrschaft des Hitler-Regimes. Dies bedeutete, dass die Schützenbruderschaften wieder aufleben konnten.
Man schrieb das Jahr 1948 als die Schützenbrüder Josef Pons, Josef Peters, Peter Tings, Paulus Hütten und Josef Braun als Initiatoren das Wiederaufleben der Bruderschaft beschlossen. Sie
sprachen die älteren und jüngeren Rotter Bürger an, um wieder eine funktionsfähige Schützenbruderschaft zu haben. In kurzer Zeit war die Mitgliederzahl schon beachtlich angewachsen. Die St. Hubertus Schützenbruderschaft
Rott 1891 nennt dann als Mitglieder: Josef Pons, Josef Peters, Peter Tings, Paulus Hütten, Josef Braun, Johann Kreus, Johann Rombach, Jakob Willms, Heinrich Willms, Paulus Willms, Caspar Rödig, Josef Hütten, Atta
Bortot, Willi Giego, Egidius Giego, Erich Peters, Heinz Kessel, Josef Keus, Mathias Keus, Martin Kloubert, Hermann Theissen, Johann Krutt, Alois Krutt, Johann Jungblut, Hermann Gartzen, Willi Rombach und Edmund Krutt.
1. Vorsitzender, der Hauptinitiator: Josef Pons; 2. Vorsitzender: Josef Peters; Schriftführer: Johann Rombach; Kassierer: Johann Keus; Offiziere wurden: General Paulus Hütten; Hauptmann Josef Pons;
Oberleutnant Josef Peters; Leutnant und Kommandant Jakob Willms.
Die 1910 angeschaffte Fahne hatte die Wirren des Regimes und des Krieges überstanden und wehte unserer Bruderschaft wieder voran.
Durch die Besatzungsmächte war es verboten mit scharfer Munition zu schießen. So kam es zwangsläufig, dass mit Luftgewehren geschossen wurde. Auch hiermit wurden schöne Erfolge erzielt. Geschossen wurde
auf Rechen mit 13 und 9 mm Holzplättchen. Rundum machte es Spaß.
In der Folgezeit wechselten die Vorsitzenden der Bruderschaft. Nach Josef Pons kamen Josef Peters, Peter Tings, Hubert Comoth, Josef
Schillings, Peter Tings, Heinz Kessel, Renate Thomas, Ernst Schneider und Hans-Dirk Coppeneur. Als Kommandanten befehligten Josef Pons, Paulus Hütten, Jakob Willms, Jakob Tourney, Heinz Kessel, Helmut Junker, Andreas
Meder und Helmut Matheis. Als Schießmeister der Bruderschaft fungierten: Alois Krutt, Willi Gielkens, Ewald Pons, Helmut Läufer, Udo Schillings, Heinz Kessel, Helmut Matheis, Cornel Hunds, Hans-Dirk Coppeneur, Andreas
Meder und zur Zeit Helmut Matheis. Als Jungschützenmeister eingesetzt waren: Helmut Matheis, Hans-Dirk Coppenneur, Günter Hübner, Stefan Hunds, Andreas Meder, Angelika Meder und Christoph Rackow.
Die
Schützenbruderschaft wuchs nach dem Wiederaufleben schnell und damit auch die Arbeit und die Einsätze. Schießen und Feste wurden in der Folgezeit sehr ernst genommen.
1963 beschloss der Vorstand die
bestehenden Satzungen zu überarbeiten und neue aufzustellen. Mit den Unterschriften von Präsident Hubert Comoth, Präses Pfarrer Hubert Kurth, Schriftführer Johann Rombach, Kassenwart Johann Keus und Kommandant Jakob
Tourney wurden diese in Kraft gesetzt.
Unter Paragraph 8 dieser Satzung ist u.a. zu lesen, dass die Bruderschaft danach strebt, eine eigene Schützenwiese mit Schießstand zu erlangen, wo der
Schießsport gepflegt werden kann. Um dieses Streben in die Wirklichkeit umsetzen zu können, beschloss die Jahreshauptversammlung vom 14. Januar 1979, unter dem Vorsitz von Heinz Kessel, den Antrag an das
Amtsgericht Aachen auf Eintragung in das Vereinsregister zu stellen. Dazu mussten die Satzungen von 1963 durch Neue ersetzt werden.
In einer außerordentlichen Generalversammlung
wurde diese neue Satzung von den Mitgliedern am 6. Mai 1979 genehmigt. Die Satzungen waren so ausgearbeitet, dass auch die Förderungswürdigkeit der Bruderschaft herausgestellt, und diese dann auch beim Steueramt
beantragt wurde. Am 1. Juni 1979 wurde uns die Gemeinnützigkeit bescheinigt und am 19. Juli 1979 die Bruderschaft in das Vereinsregister eingetragen. Nach diesen Eintragungen, war das Freizeichen zur Projektierung einer
eigenen Schießstätte gegeben.
Am 20. Februar 1979 wurde eine Bauvoranfrage an den Rat und die Gemeindeverwaltung Roetgen gestellt. Nach positiver Beurteilung wurde am 26. April 1979 der Bauantrag
gestellt. Am 9. November 1979, erhielten wir von der Kreispolizeibehörde die Baugenehmigung. Am 30. Oktober 1979, gingen unsererseits Anträge auf Zuschüsse an den Kreis Aachen und an das Land NRW. Nach deren Genehmigung
und Zuteilung, wurde am 22. September 1980 mit dem Bau einer Schützenhalle mit Jugend- und Aufenthaltsraum begonnen. In Eigenleistung wurde das Bauwerk mit acht Schießbahnen erstellt und am 29. August 1981 eingeweiht.
Zu dem Projekt gehört auch ein Außenschießstand zum Ausschießen der Königs- und Prinzenwürden.
1993 war es wieder soweit die bestehende Satzung den allgemeinen Erfordernissen der Vereinsaktivitäten
anzupassen. Zudem beschloss man, aufgrund der zugenommenen sportlichen Leistungen, sich neben dem Traditionsverband der Deutschen Historischen Schützenbruderschaften, nun auch dem noch mehr sportlich orientierten
Deutschen Schützenbund anzuschließen.
In den Folgejahren konnten viele sportliche Erfolge im Rahmen der Bezirks-, bis hin zu Bundes- und sogar Deutschen Meisterschaften gefeiert werden.
Im
Jahre 2001 entschied sich der Vorstand der Bruderschaft, den Mitgliedern die Möglichkeit des Schießens mit dem Kleinkaliber zu eröffnen. Da dies jedoch für einen kleinen Verein alleine nicht möglich ist, wurden
interessierte Vereine angesprochen, insbesondere die Schützen aus Kornelimünster, welche schon im Besitz einer brachliegenden Anlage waren. Abgeneigt waren die Schützenfreunde nicht, aber es fehlte immer noch ein
weiterer Mitstreiter. Dieser fand sich wider Erwarten sehr schnell in der Bruderschaft aus Venwegen.
Am 17. Oktober 2002 wurde die Verbindung zwischen den Vereinen besiegelt und damit die
Interessengemeinschaft KK Schlausermühle gegründet. Seit Herbst 2002 sind die Sanierungsarbeiten in vollem Gange und werden voraussichtlich im Frühjahr 2004 abgeschlossen. Somit ist es der St. Hubertus
Schützenbruderschaft Rott 1891 e.V. dann nach fast 70 Jahren wieder möglich, den Schießsport im ursprünglichen Rahmen durchzuführen.
Wir sind stolz auf die 50jährige Verbindung des Grenzlandschützenbundes
Aachen-Land-Süd und insbesondere darauf, deren Mitglied sein zu dürfen und wünschen weiterhin Blühen und Gedeihen für
GLAUBE, SITTE UND HEIMAT