Aktualisiert:
26.02.2008

Heimat
St. Hubertus Schützenbruderschaft Rott 1891 e.V.

Im Jahre 1891 beschlossen die Bogenschützen Rott, die damals nach Aussagen der älteren Mitglieder schon 10 Jahre bestanden, sich einer moderneren Schießart, dem Kleinkaliberschießen, zuzuwenden. Da das Schießen im weitesten  Sinne mit der Jagd  verbunden war, nannten sie sich St. Hubertus Schützengesellschaft Rott 1891. Es wurden im Zuge dieser neuen Struktur neue Statuten erstellt und ein  Vorstand neu gewählt.

1. Vorsitzender wurde Wilhelm Willems. Schon bald stellte sich heraus, dass die moderne Auffassung der Hubertus Schützen einen Führungswechsel zur Folge haben musste. Man wählte bei der nächsten Generalversammlung den durchaus aufgeschlossenen Schützenbruder Josef Tings zum neuen 1. Vorsitzenden. Er übte dieses Amt von 1892 bis zu seinem Tode im Jahre 1938 aus. Man bedenke einmal, dass dies 46 Jahre lang war. Der Schützenbruder Wilhelm Schmitt wurde Schriftführer  und Wilhelm Willems Kassierer. Auch sie waren lange im Amt.

Im Glanz der Kaiserzeit gehörte es dazu, dass die Schützen von gewählten Offizieren geführt und befehligt wurden. Als Hauptmann wählte man den Schützenbruder Paulus Hütten - Leutnant wurde Wilhelm Gartzen und als Feldwebel fungierte Jakob Emonts.

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges im August 1914, zogen  auch  für die Sankt  Hubertus Schützengesellschaft dunkle Wolken auf. Viele der jungen Schützen folgten dem Ruf zu den Waffen und zogen in den Krieg. Getreu dem Wahlspruch für Glaube, Sitte und Heimat ausgezogen, verloren auf dem Feld der Ehre die Schützen: Hubert Hütten, Quirin Braun, Richard Braun, Atanasias Roentgen und Johann Gartzen ihr junges Leben. Ihre Namen mögen uns ewig mahnen!

Mühselig war die Arbeit nach dem Kriege. Durch die Kriegsfolgelasten und die Anordnungen der damaligen Staatsformen, wurde mancher Idealismus gelähmt. Auf Anordnung der NSDAP-Regierung wurden 1936, die der Kirche angeschlossenen Vereine verboten und die Vereinsarbeit der St. Hubertus Schützen 1938 eingestellt.1939 brach der II. Weltkrieg aus. Mit der Niederlage 1945 endete auch die Herrschaft des Hitler-Regimes. Dies bedeutete, dass die Schützenbruderschaften wieder aufleben konnten.

Man schrieb das Jahr 1948 als die Schützenbrüder  Josef Pons, Josef Peters, Peter Tings, Paulus Hütten und  Josef Braun als Initiatoren das Wiederaufleben der Bruderschaft beschlossen. Sie sprachen die älteren und jüngeren Rotter Bürger an, um wieder eine funktionsfähige Schützenbruderschaft zu haben. In kurzer Zeit war die Mitgliederzahl schon beachtlich angewachsen. Die St. Hubertus Schützenbruderschaft Rott 1891 nennt dann als Mitglieder: Josef Pons, Josef Peters, Peter Tings, Paulus Hütten, Josef Braun, Johann Kreus, Johann Rombach, Jakob Willms, Heinrich Willms, Paulus Willms, Caspar Rödig, Josef Hütten, Atta Bortot, Willi Giego, Egidius Giego, Erich Peters, Heinz Kessel, Josef Keus, Mathias Keus, Martin Kloubert, Hermann Theissen, Johann Krutt, Alois Krutt, Johann Jungblut, Hermann Gartzen, Willi Rombach und Edmund Krutt.

1. Vorsitzender, der Hauptinitiator: Josef Pons; 2. Vorsitzender: Josef Peters; Schriftführer: Johann Rombach; Kassierer: Johann Keus; Offiziere wurden: General  Paulus Hütten; Hauptmann Josef Pons; Oberleutnant  Josef Peters; Leutnant und Kommandant Jakob Willms.

Die 1910 angeschaffte Fahne hatte die Wirren des Regimes und des Krieges überstanden und wehte unserer Bruderschaft wieder voran.

Durch die Besatzungsmächte war es verboten mit scharfer Munition zu schießen. So kam es zwangsläufig, dass mit Luftgewehren geschossen wurde. Auch hiermit wurden schöne Erfolge erzielt. Geschossen wurde auf Rechen  mit 13 und 9 mm Holzplättchen. Rundum machte es Spaß.

In der Folgezeit wechselten die Vorsitzenden der Bruderschaft. Nach Josef Pons kamen Josef Peters, Peter Tings, Hubert Comoth, Josef Schillings, Peter Tings, Heinz Kessel, Renate Thomas, Ernst Schneider und Hans-Dirk Coppeneur. Als Kommandanten befehligten Josef Pons, Paulus Hütten, Jakob Willms, Jakob Tourney, Heinz Kessel, Helmut Junker, Andreas Meder und Helmut Matheis. Als Schießmeister der Bruderschaft fungierten: Alois Krutt, Willi Gielkens, Ewald Pons, Helmut Läufer, Udo Schillings, Heinz Kessel, Helmut Matheis, Cornel Hunds, Hans-Dirk Coppeneur, Andreas Meder und zur Zeit Helmut Matheis. Als Jungschützenmeister eingesetzt waren: Helmut Matheis, Hans-Dirk Coppenneur, Günter Hübner, Stefan Hunds, Andreas Meder, Angelika Meder und Christoph Rackow.

Die Schützenbruderschaft wuchs nach dem Wiederaufleben schnell und damit auch die Arbeit und die Einsätze. Schießen und Feste wurden in der Folgezeit sehr ernst genommen.

1963 beschloss der Vorstand die bestehenden Satzungen zu überarbeiten und neue aufzustellen. Mit den Unterschriften von Präsident Hubert Comoth, Präses Pfarrer Hubert Kurth, Schriftführer Johann Rombach, Kassenwart Johann Keus und Kommandant Jakob Tourney wurden diese in Kraft gesetzt.

Unter Paragraph 8 dieser Satzung ist u.a. zu lesen, dass die Bruderschaft danach strebt, eine eigene  Schützenwiese mit Schießstand zu erlangen, wo der Schießsport gepflegt werden kann. Um dieses Streben  in die Wirklichkeit umsetzen zu können, beschloss die Jahreshauptversammlung vom 14. Januar 1979, unter dem Vorsitz von Heinz Kessel, den Antrag an das Amtsgericht Aachen auf Eintragung  in das Vereinsregister zu stellen. Dazu mussten die Satzungen von 1963 durch Neue ersetzt werden.   

In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde diese neue Satzung von den Mitgliedern am 6. Mai 1979 genehmigt. Die Satzungen waren so ausgearbeitet, dass auch die Förderungswürdigkeit der Bruderschaft herausgestellt, und diese dann auch beim Steueramt beantragt wurde. Am 1. Juni 1979 wurde uns die Gemeinnützigkeit bescheinigt und am 19. Juli 1979 die Bruderschaft in das Vereinsregister eingetragen. Nach diesen Eintragungen, war das Freizeichen zur Projektierung einer eigenen Schießstätte gegeben.

Am 20. Februar 1979 wurde eine Bauvoranfrage an den Rat und die Gemeindeverwaltung Roetgen gestellt. Nach positiver Beurteilung wurde am 26. April 1979 der Bauantrag gestellt. Am 9. November 1979, erhielten wir von der Kreispolizeibehörde die Baugenehmigung. Am 30. Oktober 1979, gingen unsererseits Anträge auf Zuschüsse an den Kreis Aachen und an das Land NRW. Nach deren Genehmigung und Zuteilung, wurde am 22. September 1980 mit dem Bau einer Schützenhalle mit Jugend- und Aufenthaltsraum begonnen. In Eigenleistung wurde das Bauwerk mit acht Schießbahnen erstellt und am 29. August 1981 eingeweiht. Zu dem Projekt gehört auch ein Außenschießstand zum Ausschießen  der Königs- und Prinzenwürden.

1993 war es wieder soweit die bestehende Satzung den allgemeinen Erfordernissen der Vereinsaktivitäten anzupassen. Zudem beschloss man, aufgrund der zugenommenen sportlichen Leistungen, sich neben dem Traditionsverband der Deutschen Historischen Schützenbruderschaften, nun auch dem noch mehr sportlich orientierten Deutschen Schützenbund anzuschließen.

In den Folgejahren konnten viele sportliche Erfolge im Rahmen der Bezirks-, bis hin zu Bundes- und sogar Deutschen Meisterschaften gefeiert werden.

Im Jahre 2001 entschied sich der Vorstand der Bruderschaft, den Mitgliedern die Möglichkeit des Schießens mit dem Kleinkaliber zu eröffnen. Da dies jedoch für einen kleinen Verein alleine nicht möglich ist, wurden interessierte Vereine angesprochen, insbesondere die Schützen aus Kornelimünster, welche schon im Besitz einer brachliegenden Anlage waren. Abgeneigt waren die Schützenfreunde nicht, aber es fehlte immer noch ein weiterer Mitstreiter. Dieser fand sich wider Erwarten sehr schnell in der Bruderschaft aus Venwegen.

Am 17. Oktober 2002 wurde die Verbindung zwischen den Vereinen besiegelt und damit die Interessengemeinschaft KK Schlausermühle gegründet. Seit Herbst 2002 sind die Sanierungsarbeiten in vollem Gange und werden voraussichtlich im Frühjahr 2004 abgeschlossen. Somit ist es der St. Hubertus Schützenbruderschaft Rott 1891 e.V. dann nach fast 70 Jahren wieder möglich, den Schießsport im ursprünglichen Rahmen durchzuführen.

Wir sind stolz auf die 50jährige Verbindung des Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd und insbesondere darauf, deren Mitglied sein zu dürfen und wünschen weiterhin Blühen und Gedeihen für

GLAUBE, SITTE UND HEIMAT

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