Trennung von den Büsbacher Schützen, jedoch bleiben Dorffer und Krauthausener Schützen
in einer Bruderschaft vereinigt.Das Protokoll vom 19. November 1893 beschreibt dann den Austritt der Dorffer Schützen aus der bisherigen gemeinsamen Schützenbruderschaft mit Krauthausen. Schon am
15. Februar 1894, legt der damalige Vorstand der Krauthausener Schützenbruderschaft eine neu erstellte Vereinssatzung vor, die am 19. Februar 1894 vom Büsbacher Bürgermeister Plum genehmigt wird und deren
handschriftliches Original erst in jüngster Zeit wiedergefunden wurde.
Kirchlich gehörte Krauthausen, also auch die Bruderschaft, seit ewigen Zeiten zu Kornelimünster, und dies bis auf den heutigen Tag.
In diesem Sinne gilt die jährliche Teilnahme an der Fronleichnamsprozession, so wie die Ehrendienste zur jährlichen Korneli-Oktav oder auch bei der alle sieben Jahre stattfindenden Heiligtumsfahrt, als
vornehmliche und selbstverständliche Aufgabe. Natürlich ist die Bruderschaft für konfessionell Andersdenkende genauso zugänglich, wenn sie nicht grundsätzlich den Idealen und dem alten Wahlspruch für „Glaube,
Sitte und Heimat“ entgegenwirken.
1871, hat die gemeinsame Schützenbruderschaft von Krauthausen und Dorff schon 67 zahlende Mitglieder. Am 5. Mai 1871, kauft man für 14 Taler eine neue Fahne. Von
1871 bis 1877, steht Theodor Gier aus Krauthausen an der Spitze der gemeinsamen Bruderschaft. Zum Vorstand gehören auch Peter-Josef Gier, Gastwirt und Johann Stickelmann, Ackerer zu Krauthausen.
1872,
feiert die Bruderschaft ihr 190jähriges Stiftungsfest, wobei ein Reinerlös von 17 Talern, drei Silbergroschen und 6 Pfennigen erwirtschaftet wird. Im Jahre 1880, notiert man nach einem großen Schützenfest in
Krauthausen, ein Manko von 68 Mark und 5 Pfennigen.
Bei der Trennung im Jahre 1893, wird das Vereinsgut aufgeteilt. Krauthausen erhält zum Beispiel die älteste und jüngste Königsplakette aus der
gemeinsamen Zeit mit Büsbach.
1901, großes Schützenfest mit Flobertschießen für Damen. Im gleichen Jahr wird erstmals eine Schützenmesse in der Klauser Kapelle erwähnt.
1907, zum
225jährigen Stiftungsfest veranstaltet man in Krauthausen ein Feuerwerk. Zur Kinderbelustigung wird bei der Firma Leonhard Tietz eine Kletterstange gekauft. Für die Schützenvereine findet ein Preisschießen auf
Holzsterne statt.
1911, Höhepunkt des großen Schützenfestes ist die Einweihung einer neuen Fahne.
Die St. Seb. Schützenbruderschaft Krauthausen ist am 14. Juni 1925,
Ausrichter des 2. Bundesfestes des Münsterländischen Schützenbundes. Zum festlichen Programm gehören u.a. das Ehrensternschießen und der Geldvogelschuss.
Am 28. Juni 1925, nimmt die Bruderschaft an dem
großen Schützenfest in Linnich, anlässlich der 1000- Jahrfeier des Rheinlandes teil.
Der Kunstausschuss des Rheinlandes hat um zur Verfügungstellung der ältesten Königsschilder gebeten. Nach
Versammlungsbeschluss, wird die älteste Königsplakette des Revtger Nobis für diesen Zweck zur Verfügung gestellt.
1930, die baupolizeiliche Genehmigung für einen Flobert-Schießstand mit zwei
Schießbahnen, auf dem Gelände des Vereinslokals Nießen wird erteilt. Der Schießstand kann noch rechtzeitig für das Bundesfest im selben Jahr fertiggestellt werden.
1933 nimmt das Mitglied Josef Plum
an der Romfahrt der Erzbruderschaft teil und bringt von dort anlässlich des Heiligen Jahres das Anno-Santo-Kreuz mit.
1939, als letzten Schützenkönig vor dem 2. Weltkrieg, kann die
Bruderschaft Josef van der Mühlen feiern, dann kommt das Vereinsleben vorerst zum Erliegen. Viele Schützenkameraden werden zum Militärdienst eingezogen und die Aufzüge der Schützen verboten.
1941,
in der letzen Versammlung am 6. Dezember, ermahnt der Vorsitzende Hubert van der Mühlen die noch in der Heimat verbliebenen Mitglieder, der Bruderschaft die Treue zu halten, damit er sein Versprechen, das er den
zum Kriegsdienst eingezogenen Kameraden gegeben habe, auch einhalten könne.
Beinahe acht Jahre ruht nun das Vereinsleben in der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Krauthausen. Am 23. Juli 1949 findet
man sich erstmals nach dem Kriege wieder zusammen. Betrübt gedenkt man zunächst der gefallenen und vermissten Mitglieder der Bruderschaft, aber auch der des Ortes Krauthausen. Vieles an Vereinsgut ist dem unseligen
Krieg zum Opfer gefallen. So hat wohl auch die Bruderschaftsfahne, möglicherweise den Weg über den „Großen Teich“ genommen. Das Königssilber konnte dank des in der Heimat verbliebenen Mitgliedes Oskar Hodes, gerettet
werden. Doch trotz aller Verluste ist man guten Mutes: „Es soll ja wieder aufwärts gehen!“ Den Jahresbeitrag legt man vorerst auf 6,- DM pro Jahr und Mitglied fest.
14. August 1949, erste Krauthausener
Kirmes nach dem 2. Weltkrieg. Man feiert vier Tage. Samstag: Festabend auf dem Saal des Vereinslokals Nießen. Sonntagmorgen: Frühschoppen. Sonntagabend: Josef van der Mühlen, letzter König vor dem Krieg im Jahre 1939,
repräsentiert die Bruderschaft beim ersten Nachkriegs-Königsball. Montagmorgen 9.00 Uhr: Schützenmesse in der Klauser Kapelle. Hier wird die seit 1926 bestehende Tradition wieder aufgenommen und fortgesetzt.
Anschließend Frühschoppen und abends „Groschentanz“ auf dem Saal des Vereinslokals. Dienstags: Hahnenköppen, Hahnenzug und Hahnenball. Die erste Nachkriegskirmes ist gelungen. Die Tradition lebt weiter!
29. Mai 1950: 1. Königsvogelschuss nach dem Kriege. Mit einem wohlgezielten Schuss in der 6. Runde, holt der Schütze Martin Jansen, Russland-Spätheimkehrer - und schon einmal für tot erklärt, den Vogel von
der Stange.
August 1950: Dank einer großherzigen Spende der Krauthausener Einwohner, kann die nach einem Entwurf des Aachener Malers Werner Lükge handgewebt gefertigte neue Fahne, zum Auftakt
der Kirmes eingeweiht werden. Die feierliche Enthüllung der Fahne, erfolgt am Kirmessamstag durch den Bürgermeister der Gemeinde Brand, Herrn Hubert Hannott.
11. April 1954, nach Gründung der
Nachfolgevereinigung des Münsterländischen Schützenbundes, mit Namen Grenzlandschützenbund Aachen-Land-Süd, tritt unsere Bruderschaft dieser Vereinigung bei. Man konzentriert sich zunächst auf die Anschaffung einiger
Luftgewehre, um dann auf bescheidenen Schießständen einiger Mitglieder, später in der ehemaligen Volksschule in Krauthausen, dem Schießsport wieder nachzugehen.
1955, erstmals Ausrichtung eines
Bundesfestes des Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd in Krauthausen. Gleichzeitig feiert die Bruderschaft ihr 270jähriges Stiftungsfest, das eigentlich schon im Jahre 1952 fällig war, aber wegen der schweren
Nachkriegszeit verschoben wurde.
In ähnlicher Weise feiert die Bruderschaft im Jahre 1962 ihr 280jähriges Bestehen, verbunden mit dem 2. Bundesfest des Grenzlandschützenbundes.
1966,
zum Auftakt der Kirmes, erfolgt am 6. August die Einweihung des neuen Ehrenmals, durch unseren Präses Propst Johannes Windelen, Pfarrer zu Kornelimünster. Dank der finanziell großzügigen Hilfe der Bevölkerung, und dem
Einsatz der freiwilligen Helfer, konnte dieses Projekt in kurzer Zeit erstellt werden. Die Bruderschaft spendete einen namhaften Betrag.
1968 ist die Bruderschaft wieder Ausrichter eines Bundesfestes des
Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd.
1972 kann durch Anbau an eine Garage ein zwei-, später dreibahniger Luftgewehr-Schießstand in den Anlagen der Gaststätte Nießen in Betrieb genommen werden.
31. Juli bis 3. August 1976: Bezirks-Bundesfest des Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd, verbunden mit den traditionellen Kirmesfeierlichkeiten in Krauthausen.
August 1980: Unser
Schützenkönig Ernst Rumbach wird in Dorff Bezirkskönig. September 1980: Bezirkskönig Ernst Rumbach wird in Neuss Bundeskönig des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. 15. September 1980,
Teilnahme mit dem Bundeskönig an der Abschlussandacht zur Heiligtumsfahrt in Kornelimünster. September 1980: Bezirkskönigsmesse mit anschließender Ehrung des Bundeskönigs im Pfarrzentrum Paradies zu Kornelimünster. 31.
Mai 1981, Fahrt mit 2 Bussen zum Bundesköniginnentag nach Linz am Rhein. 20./21. Juni 1981, Bundeskönigsfest zu Ehren unseres Bundeskönigs Ernst Rumbach in Brand. 1981, Verleihung des Silberbechers der Stadt
Aachen an den Bundeskönig.
28. Juni 1981, Fahrt der Bruderschaft mit 2 Bussen zum Diözesankönigsfest nach Breberen (Selfkant).
20. September 1981, Fahrt mit einem Bus nach
Koblenz, anlässlich des Festes zum Bundeskönigs- und Europakönigsschießen.
2. bis 14. Oktober 1981: Die Romfahrt als Abschluss, wird für die Teilnehmer zu einem einmaligen
Erlebnis.
31. Juli bis 7. August 1982: 300jähriges Jubelfest, verbunden mit dem 2. Bezirks-Bundesfest des Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd. Berthold Sauer unser Schützenkönig, erringt bei
diesem Fest die Würde des Bezirkskönigs.
1987, Fertigstellung und Einweihung unseres neuen Schützenheimes. Seither verfügt die Bruderschaft über einen achtbahnigen Schießstand für Luftgewehr und
Luftpistole.
1988, erneut Ausrichter eines Bezirksbundesfestes des Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd.
8. August 1992, zur Kirmes wird eine neue Fahne eingeweiht.
1994, Bezirksbundesfest in Krauthausen.
2000, unsere Bruderschaft kann zum 1. Mal in ihrer über 300jährigen Vereinsgeschichte einen Kaiser präsentieren. Alfons Klemt erringt nach 1998 und 1999, jetzt zum
3. Mal hintereinander die Königswürde und ist damit Schützenkaiser.
Im Jahre 2001, ist unsere Bruderschaft zum 8. Mal in 46 Jahren, Ausrichter eines Bezirksbundesfestes des Grenzlandschützenbundes
Aachen-Land-Süd.
Unsere Bruderschaft feiert im Jahre 2007 ihr 325jähriges Jubiläum und wünscht sich für die Zukunft weiteren Mitgliederzuwachs, besonders von jüngeren Menschen, die auch bereit sind
Verantwortung zu übernehmen und somit für Erhalt der Tradition, aber auch für Erneuerung in unserem kleinen Ort Sorge tragen.