Aktualisiert:
26.02.2008

Heimat
St. Georg Schützenbruderschaft 1879 Freund e.V.

Das Selbstbewußtsein der Freunder Bevölkerung war schon immer stark ausgeprägt. Die örtlichen Bauten aus dem 16. Jahrhundert, die einmal der Abtei Kornelimünster gehörten, wuchsen zwar im Laufe der Zeit mit dem jetzigen Stadtteil Brand zusammen. Doch Eigenständigkeit wurde immer betont und fand auch ihren Ausdruck mit der Gründung einer selbständigen Bruderschaft im Jahre 1879.

Einige Schützen waren bisher Mitglieder bei den Brander St. Donatus-Schützen. 56 Freunder gründeten in der Gaststätte Bergené in der Eilendorfer Straße den Verein und wählten als ihren Schutzpatron den Sankt Georg als Ritter christlicher Tapferkeit. Er prägte die Bruderschaft und diente auch als Fahnenschmuck.

Erster Schützenmeister wurde Heinrich von Hoegen und die erste Königswürde errang Peter Birk. Im Jahre 1897 war die Zahl der aktiven Mitglieder auf 122 gestiegen. Die Festwiese war bis 1905 bei Franz-Josef Bergené. 1906 wurde ein neuer Schießstand auf der Wiese der Witwe Anton Königs, Freunder Landstraße angelegt.

Seit dem Jahre 1913 gehörte unsere Bruderschaft dem „Münsterländischen Schützenbund an, dessen Nachfolger der jetzige „Grenzlandschützenbund Aachen-Land-Süd“ 1954 wurde.

Freund erhielt den ehrenvollen Auftrag, am 2. August 1914 ein Bundesschützenfest durchzuführen. Alle Vorbereitungen waren bereits getroffen, als am Vorabend des Festes der Erste Weltkrieg (1914-1918) ausbrach. Statt zur Schützenwiese zogen fast alle Schützenbrüder in den Krieg, sieben Freunder Schützen fanden den Tod.

1919 sammelte man sich wieder um die Fahne des St. Georg, um die Schützentradition fortzusetzen; aber das Erbe war schwer und die bestehenden Belastungen nicht einfach abzutragen. Im Jahre 1920 konnte wieder der Königsvogel, allerdings nur mit dem 4,5 mm Luftgewehr, geschossen werden.

In der Messehalle in Köln wurde am 1. Juli 1928 die Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus gegründet, der sich auch unsere Bruderschaft anschloß

Auf einem neuen Schießstand in der Wiese Salber, Schroufstraße, erfolgte 1929 die Feier des 50jährigen Bestehens der Bruderschaft mit Einweihung der dritten Fahne. Unsere Bruderschaft beteiligte sich 1933 anläßlich der Heiligtumsfahrt in Trier am großen Bundesschießen. 1935 wurde ein neuer Kleinkaliberstand (50m) auf der Schützenwiese der Gaststätte Königs errichtet. Die Nationalsozialistische Regierung betrieb die Auflösung der Erzbruderschaft und die Gleichstellung mit den Sportverbänden. Der zweite Weltkrieg unterbrach erneut das Freunder Schützenleben. Ein Bombeneinschlag im Vereinslokal Königs, am 24. Oktober 1944, zerfetzte alle drei Vereinsfahnen.

Am 4.  Juni 1949 fand die erste Versammlung nach kriegsbedingter Pause statt. Ab 1952 wurde in Eigenleistung ein Schützenhaus gebaut und nach den Anforderungen und Bestimmungen immer weiter ergänzt.

Zwischenzeitlich wurde der Grenzlandschützenbund Aachen-Land-Süd 1954 gegründet. Er umfaßte 15 Bruderschaften einschließlich der St. Georg Schützen Freund.

Der 7. August 1958 war ein wichtiger Tag für unsere Damen, denn sie durften erstmals anläßlich eines Preisschießens auf dem Schießstand mit dem Luftgewehr stehend, aufgelegt schießen.

1968 wurde unser König Josef Decker als erster König der St. Georg Schützenbruderschaft Bezirkskönig des Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd. Die Einweihung zur Erweiterung des Schützenhauses um fünf neue Luftgewehr-Schießstände war am 25. September 1976.

In der Generalversammlung am 28. Januar 1977, wurde die überarbeitete Vereinssatzung beschlossen. Nun konnten auch Frauen als Mitglieder aufgenommen werden. Neben dem Traditionsschießen wurde auch das Sportschießen eingeführt. Die Bruderschaft verfügte über zwei Kleinkaliberstände (50 m), acht Luftgewehrstände (10m) und zwei Pistolenstände (25m). Die aktive Jugendabteilung besaß eine Fahnen-schwenkergruppe.

Vom 24. bis 27. August 1979 konnte die Bruderschaft unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Kurt Malangré ihr 100jähriges Bestehen in Verbindung mit dem 2. Bezirksschützenfest des Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd feiern.

Zur Verbesserung, insbesondere der sanitären An-lagen, wurde im April 1984 am Freunder Heideweg mit dem Bau eines neuen Schützenhauses begonnen. Die Einweihung, der in Eigenleistung erstellten Gesamtanlage, bestehend aus sechs Kleinkaliber- und acht Luftdruckwaffen-Ständen, war am 6. Juni 1987, verbunden mit einem Prominenten-Preisschießen.

Unser Kaiser Karl-Josef Jungbluth wurde 1988 Bezirkskönig des Grenzlandschützenbundes.

Am 3. und 4. Juni 1989 feierten wir unser Jubiläum zum 110jährigen Bestehen der St. Georg Schützenbruder-schaft in Verbindung mit dem 1. Bezirksschützenfest des Grenzlandschützenbundes mit ihrem Bezirksbundesmeister Ernst-Franz Krebs, der als Mitglied der St. Georg Schützen den Bezirk acht Jahre führte.

1994 wurde Walter Juchem neuer Kaiser, der in diesem Jahr auch noch Bezirkskönig wurde.

Unser König im Jahre 2002 Hans Rehfisch wurde ebenfalls Bezirkskönig und hat insbesondere mit den Schießerfolgen der ganzen Familie die guten Beziehungen zum gesamten Bezirk weiter vertieft und gestärkt. Die Königin 2003/2004, Brigitte Rehfisch, führte die St. Georg Schützenbruderschaft mit viel Elan und Charme in ihr 125jähriges  Jubiläum unter der Schirmherrschaft von Herrn Oberbürgermeister Dr. Linden.

In diesem Zusammenhang möchte sich die St. Georg Schützenbruderschaft ganz herzlich beim Bezirksvorstand, insbesondere beim Bezirksbundesmeister Josef Zimmermann, für die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit bedanken und gratuliert ganz herzlich zum 50jährigen Jubiläum des Grenzlandschützenbundes Aachen-Land-Süd.

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