gegeben haben. Der Experte für die Frühgeschichte unserer Heimat, Dr. Willi Frentz, geht davon aus, dass Dorff schon vor der Gründung
des Klosters Inda entstand und als Dorf von Kornelimünster seinen Namen erhielt.Zwar wird Dorff urkundlich erstmalig 1178 als „Dorp“ erwähnt, siedlungshistorisch dürfte sich dieser Name aber von der noch
älteren Form „torp“ abgeleitet haben. Dies wiederum würde bedeuten, dass Dorff bereits zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert gegründet worden ist.
Die dokumentierte Geschichte der St. Hubertus
Schützenbruderschaft reicht nicht so weit zurück. Den alten Schützengilden war die Mitwirkung bei kirchlichen Festen, die Sorge für Ordnung im Münsterländchen und gegebenenfalls auch der Schutz der Heimat anvertraut.
Die Schützengesellschaften sind sehr alt. Einzelne können ihre Geschichte aus dem Mittelalter lückenlos verfolgen. Ursprünglich waren es Wehrverbände, die zur Verteidigung des Landes in Notfällen
organisiert und gleichzeitig Mittelpunkt des dörflichen Gemeinschaftsleben waren.
Die ersten Nachrichten zur Geschichte des Schützenwessens im Münsterländchen besitzen wir aus dem 16. Jahrhundert. Im
Dezember 1593 fiel ein Oberst Konradin im Namen eines Grafen Werner zusammen mit dem jungen Marktgrafen von Baden mit Reitern und zwei Regimenter Fußvolk in das Münsterländchen ein. Mit Hilfe des Herzogs von Jülich
setzten sich die Untertanen des Abtes zur Wehr und hielten Konradin von der Abtei ab. Hierbei haben die Schützen mitgewirkt. Auch bei der Wiedereinsetzung des katholischen Rates in Aachen am 1. September 1597 wirkten
die Schützen des Münsterländchens mit.
Zum Jahre 1599 berichtet Meyer, dass der Rat wegen der kriegerischen Zeiten am 4. und 11. Juli beschlossen habe, dass sich die Reichsbauern zu bewaffnen und im Falle
der Not die Einlagerung fremder Völker abzuwehren hätten. „Hierzu würden die Jülicher und Limburger Schützen und jene aus dem Lande zu KorneliusMünster und der Herrschaft Hyeden hülflich Hände bieten, dagegen aber auch
jene diesen auf Erfordern beistehen sollten“. Es handelt sich also um ein förmliches Wehrbündnis. Im Jahre 1648 ging mit dem Friedenschluss zu Münster der 30jährige Krieg zu Ende.
Truppen des landlosen
Herzogs Karl von Lothringen zogen, die Bevölkerung drangsalierend, umher.
Ihnen stellten sich die Schützen des Münsterländchens und des Monschauerlandes entgegen. Am 15. Dezember 1648 kam es bei
Kalterherberg zu einem blutigen Zusammentreffen, bei dem 103 Schützen des Monschauerlandes und 56 Schützen des Münsterländchens ihr Leben ließen. Aus Dorff, das ein Teil der Büsbacher Hunschaft war, fielen in Monschau 6
Mitglieder, die alle urkundlich bestätigt sind.
Büsbach, Dorff und Krauthausen bildeten zu jener Zeit eine Hunschaft im abteilichen Gebiet von Kornelimünster. Im Jahre 1871 trennten sich Dorff und
Krauthausen von der Schützengesellschaft Büsbach. 1893 trennte sich Krauthausen von Dorff. Die Dorffer blieben ihrem Ursprung treu und nennen sich bis zum heutigen Tag St. Hubertus Schützenbruderschaft. Da unsere
Bruderschaft zu damaliger Zeit ein Teil der Büsbacher Hunschaft war, ist es eine logische Schlussfolgerung, dass Dorff ebenso wie Büsbach als Gründungsjahr 1623 vorzuweisen hat.
Aus dem Jahre 1895 stammt
die älteste erhaltene Fahne der Dorffer St. HubertusSchützen. Diese Fahne befindet sich in einem Glasschrank, damit sie vor weiterem Zerfall geschützt bleibt.
Im Jahre 1909 wird der Beschluss gefasst, dem
Münsterländischen Schützenbund beizutreten. Die Bruderschaft lässt 1912 eine neue Fahne anfertigen, diese Fahne wurde bis 1985 bei allen Aufzügen mitgeführt.
Nachdem der 2. Weltkrieg mit all seinen
Schrecken vorüber war, fanden sich 1946 in Dorff wieder die ersten Schützenbrüder zusammen und die Bruderschaft wurde bald wieder mit Leben erfüllt. 1947 und 1948 wurde der Schützenkönig mit Pfeil und Bogen ermittelt.
Ab 1949 konnte der König wieder nach althergebrachter Weise ausgeschossen werden.
1977 wurde die Schützenbruderschaft in das Vereinsregister eingetragen.
Auf dem linken Arm
ihrer Uniform tragen die Dorffer Schützen das Wappen der Schwarzenburg. Diese Burg wurde um 1400 erbaut und lag an der Straße von Kornelimünster nach Dorff kurz vor dem Ortseingang. Die Dorffer Schützen haben dieses
Wappen entliehen und die Farben geändert, indem sie die neuen Farben denen der Stadt Stolberg anlehnten.
Sehr stolz ist die Bruderschaft auf ihre neue Fahne, die 1985 zur Kirmes geweiht und noch ganz von
Hand gestickt wurde. Daran läßt sich sehr klar darlegen, dass die Dorffer Schützen den Wahlspruch „Glaube, Sitte, Heimat“ sehr ernst nehmen.
Seit der Einführung des sportlichen Schießens im
GrenzlandSchützenbund Aachen-Land-Süd können auch die Sportschützen unserer Bruderschaft auf gute sportliche Leistungen zurückblicken. Um diesem Aufwärtstrend im Schießsport Rechnung zu tragen, baute die Bruderschaft,
in Zusammenarbeit mit der Stadt Stolberg, in der alten Dorffer Schule einen neuen Schießstand, der 6 Schießbahnen erhielt. Damit ergaben sich Möglichkeiten das Vereinsleben zu intensivieren und ganz besonders die
Jugendarbeit zu forcieren und interessanter zu gestalten. In den 90er Jahren gab es für unsere Bruderschaft große Erfolge. Die Seniorenmannschaft holte 1991 bei der Bezirksmeisterschaft den Mannschafts- und den
Einzeltitel. Unsere Damenmannschaft errang von 1987 bis 1992 sechs Titel in Folge. In Tüschenbroich schafften sie 1988 den Diözesantitel und erreichten bei der Bundesmeisterschaft in Paderborn den dritten Platz.
Wir hoffen, dass der gute Vereinsgeist in unseren Reihen auch weiterhin vorherrschen möge und unsere Schützenbruderschaft auch weiterhin ihren Platz in unserem Ort behauptet.
Aus alter Wurzel neue Kraft,„Für Glaube, Sitte, Heimat“.